Bungeespringen
Ein Bungeespringer sagte einmal, dass die Fallhöhe von unten deutlich niedriger aussehe als von oben. Das ist ganz sicher richtig, das Zehn-Meter-Brett im Schwimmbad hat vom Boden aus betrachtet ja auch viel weniger einschüchternde Wirkung, als wenn man oben steht und in die Tiefe blickt. Die Vorstellung, so tief ins
Wasser zu springen, hat schon manchen potentiellen Helden den Rückweg antreten lassen. Das Erlebnis des Bungeespringens (oder Bungeejumpings) ist mit nur wenigen Erlebnissen vergleichbar. Es ist ein besonderer und extremer Moment, der für einen ganz besonderen Kick sorgt. Wenn man erst einmal dort oben steht mit der Gewissheit, dass in wenigen Momenten der freie Fall in die Tiefe passieren wird, kann schon einiges passieren. Bei den einen schlägt das Herz so laut, dass es an Lärmbelästigung grenzt, andere können vor lauter Adrenalinausstößen kaum noch klar denken. Je leiser das Pochen des Hubwerks der Bungee Sprunganlage wird, desto lauter scheinen alle anderen Geräusche um einen herum zu werden. Die Antennen der Wahrnehmung sind fein justiert, die Spannung steigt zunehmend an. Und wenn der große Moment kommt und man kopfüber in die Tiefe stürzt, findet kein Denken mehr statt. Das ist nur noch das Gefühl der Freiheit und des Fallens. Wenn man den Boden beinahe berührt hat und wieder nach oben gezogen wird, um nach und nach ausschwingen zu können, kehrt das bewusste Gefühl dieses Ereignisses zurück. Nach und nach wird klar, was für ein unglaubliches Gefühl bei einem Bungeesprung entsteht. Es dauert in der Regel nicht lange, bis sich ein weiterer Gedanke ausbreitet: man will es noch einmal machen.
